Wer viel lernen möchte, schafft das nur bei guter Gesundheit. Das Erlernen einer Sprache gehört zu den menschlichen Höchstleistungen. Wenn auch noch fachspezifisches Englisch (oder eine andere Sprache) erlernt werden muss, was im technischen und geschäftlichen Bereich unumgänglich ist, fordert diese Lernleistung das Gehirn aufs Höchste. Wie halten wir uns dementsprechend gesund? Offenbar sind die drei Schlüssel eine gesunde Ernährung, Sport und ein strukturierter, den Stress reduzierender Tagesablauf.

Der Einfluss der Ernährung auf Lernprozesse

Die Ernährung liefert je nach ihrem Aufbau mehr oder weniger wichtige Vitalstoffe. Der Mensch benötigt für seine Konzentration Enzyme, Amino- und Fettsäuren sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn diese Stoffe in der Ernährung ausreichend vorhanden sind, verbessern sich die Konzentration und Gedächtnisleistungen. Eine Schlüsselrolle spielen die Fettsäuren. Wir unterscheiden “gute” von “schlechten” Fetten, zu Letzteren zählt man eher die gesättigten Fettsäuren und vor allem die gehärteten Fette in Kartoffelchips und Fertigprodukten. In größeren Mengen gelten diese als Risikofaktoren. Ungesättigte Fettsäuren hingegen gelten als wertvoll und sogar lebensnotwendig. Sie fördern stark die Zellgesundheit über den Zellstoffwechsel. Vor allem Omega-3-Fettsäuren sollten in der Ernährung nicht fehlen. Sie sind für die ausreichende Fluidität der Zellmembranen verantwortlich. Dadurch steigert sich der Austausch von Informationen zwischen den Zellen - die Voraussetzung für Lernen und Erinnern. Sie sind unter anderem in Chia-Samen, Schellfisch, Leinöl und anderen Ölen, Walnüssen und weiteren Fischarten wie Thunfisch, Makrele, Lachs und Forelle enthalten. Unser Gehirn besteht fast ausschließlich (zu 97 %) aus Fettsäuren. Sie müssen daher täglich zugeführt werden. Wichtige Säuren sind die ALA (Alpha-Linolensäure) und DHA (Docosahexaensäure). ALA ist vor allem in Leinöl enthalten, der Anteil beträgt hier knapp 60 %. ALA wird den Omega-3-Fettsäuren zugeordnet. Sie unterstützt nicht nur die Fluidität zwischen den Zellmembranen, sondern auch die Blutgefäße und die Bildung von Blutzellen. Auch das allgemeine Stoffwechselsystem wird durch Omega-3-Fettsäuren unterstützt, zudem hemmen sie die Entstehung von Entzündungen oder bewirken, dass diese schneller ausheilen. Das fördert die allgemeine Gesundheit, die schließlich auch für Lernprozesse wesentlich ist.

Wie hilft Sport den Gedächtnisleistungen?

Es ist kaum zu glauben, aber Menschen, die einen ausgewogenen Alltagssport treiben, lernen besser. Der Sport fördert natürlich die Gesundheit und Fitness, allein das sind gute Voraussetzungen für konzentriertes Lernen. Doch er hat noch eine andere, oft unterschätzte Wirkung: Der Kopf wird frei. Viele Menschen grübeln sehr angestrengt über Probleme im Beruf und in der Familie nach, meistens kreisen die Gedanken ohne effektives Ergebnis um den entstandenen Ärger und die Konflikte oder Sorgen. Das ist ein eindeutiges Stresssymptom, Sport aber baut gerade diese Art von Stress ab. Der Hormonhaushalt gerät wieder ins Gleichgewicht, das fördert nachgewiesenermaßen kognitive Leistungen. Die vorher noch schier unlösbaren und überwältigenden Probleme relativieren sich plötzlich. Manchmal fällt uns beim Sport die Lösung ein, manchmal - vielleicht noch wichtiger - entdecken wir, dass es möglicherweise gar keiner Lösung bedarf. Der Chef ist ein unangenehmer Zeitgenosse, na und? Wir sind vertraglich abgesichert, werden Dienst nach Vorschrift machen und im Übrigen dem Chef aus dem Weg gehen. Dieser Effekt des Relativierens von Problemen stellt sich sehr gern beim Sport in der freien Natur ein. Wer im Wald und am Feldrand joggt, versteht sehr schnell, dass in der Natur die Dinge ihren eigenen Rhythmus haben und ihre Zeit brauchen - ob wir nun auf und nieder springen oder nicht. Ohne diesen überflüssigen Stress aber können wir uns auf das Lernen konzentrieren und unser Gedächtnis schulen.

Der strukturierte Tagesablauf

Wir brauchen Struktur. Beim Lernen ist das essenziell. Wer eine Fremdsprache lernen möchte, sollte täglich einen gewissen Wortschatz dazulernen und diesen in gewissen Zeitabständen wiederholen. Unstrukturiert, in Hektik und Stress sinkt die Lernkurve sehr schnell sehr deutlich ab. Stress und scheinbarer Zeitdruck entstehen aber durch mangelnde Struktur. In Wahrheit haben wir alle zeitliche Reserven, wenn wir unseren Tag etwas gezielter einteilen und auf überflüssige Gewohnheiten verzichten. Wer hingegen stolz auf seine Fähigkeit zum Multitasking ist und alles auf einmal erledigen möchte, wird sich alsbald ausgelaugt fühlen. Das ist für einen Lernprozess eine sehr schlechte Voraussetzung. Doch wie gelingt es, Struktur zu schaffen? Folgende Tipps können helfen:

  • Überprüfen Sie zunächst, wie viel Zeit Sie eigentlich für Ihre täglichen Aufgaben benötigen. Wir alle über- und unterschätzen den Zeitaufwand für bestimmte Tätigkeiten. Wenn wir ihn einmal messen, erstaunen wir regelmäßig. Der samstägliche Hausputz dauert gar nicht so lange. Unser Arbeitsweg hingegen beansprucht im Durchschnitt viel mehr Zeit, als wir geglaubt hatten.
  • Überprüfen Sie, wo Sie Zeit ohne Verlust einsparen können. Müssen Sie sich wirklich jeden Unfug im Fernsehen anschauen und jedes Telefonat führen? Müssen Sie wirklich mehrere Supermärkte auf Schnäppchenjagd abklappern?
  • Sortieren Sie die Prioritäten: Was muss unabdingbar erledigt werden, was kann nötigenfalls und was auf jeden Fall entfallen? Kaufen Sie häufiger online ein. Sie sparen gigantisch viel Zeit und Geld, außerdem finden Sie viel eher Produkte, die auf den Punkt Ihren Wünschen entsprechen.

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    Erledigen Sie Ihren Haushalt, wenn Sie eher müde sind. Er erfordert keine gigantischen Geistesleistungen. Heben Sie sich die Hochphasen Ihrer Konzentration für wichtige Dinge auf.
  • Nun teilen Sie Ihr Lernpensum in vernünftige Häppchen auf, die sie zu verschiedenen Tageszeiten bei bester Konzentration bewältigen. Moderne Lernprogramme, die auf verschiedenen Medien laufen, unterstützen dieses Vorgehen - indem Sie zum Beispiel auf dem Arbeitsweg im Auto ein paar Vokabeln von der CD lernen und am zeitigen Abend im letzten Konzentrationshoch einen Online-Sprachkurs aufrufen - anstelle des unsinnigen Fernsehprogramms. Beobachten Sie, wie lange Sie sich konzentrieren können. Niemand zwingt Sie, eine Stunde am Stück zu lernen. Gerade für das Vokabellernen genügen Minuten, nur häufig müssen Sie lernen.

 

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